Liebe Leserinnen und Leser,

sie hatten die Türen und Fenster verschlossen und sich versteckt. Warum? Aus Angst vor „denen da draußen“. Was außerhalb ihrer Türen passierte war ihnen egal, sie blieben lieber unter sich. So wird es von den Jüngern Jesu im Johannesevangelium erzählt, nachdem Jesus gekreuzigt wurde. (Joh 20,19-23) Ich kann sie verstehen, sie hatten Schweres erlebt: Verrat, einen Prozess, eine Hinrichtung. Die Jünger hatten also ihre Gründe.

Während ich aber so über sie nachdenke kommt mir der Gedanke, dass das ein häufiges Verhalten ist. Wie oft ziehen sich Menschen zurück, innerlich oder in die eigenen vier Wände. Da, wo es einfacher ist die eigenen Sicht der Dinge zu behalten. „Da draußen“ mitzumischen, in der Welt, das könnte mühsam werden, da wo Menschen auch andere Gedanken haben, anders ticken als ich. Da ist es doch leichter bei dem zu bleiben was man kennt.

Mittlerweile geht der Trend dahin, dass man sich in einer komplexen Welt gerne in die eigene kleine Überschaubarkeit zurückzieht . Und vielleicht machen wir als Gemeinde da auch gerne mal mit. Vielleicht bleiben wir auch gerne in vertrauter Runde. Vielleicht wird auch unsere Gemeinde mitunter zur geschlossenen Gesellschaft. Aus Angst vor „denen da draußen“, oder weil alles so gewohnt ist.

Schade ist aber: Wo Türen und Fenster dicht sind, wird es drinnen bald stickig und eng. Da ist kein Raum mehr für Neues. Aber die Geschichte im Johannesevangelium ist ja noch nicht zu Ende. Die Jünger bleiben nicht in ihrem Versteck. Denn: Da „kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist!“ Gott sei Dank geht Jesus bis heute durch Türen. Auch durch die Türen unserer Angst und unserer Gewohnheiten. Er macht uns frei, für ein Leben in der Welt. Mit Gottes Geist in uns.

Pastor Daniel Behrens

Neuste Beiträge

  • Jahreslosung – Suche Frieden und jage ihm nach!

    Jahreslosung 2019 aus Psalm 34,15 „Die Deutschen sind ein „einig Volk von Schnäppchenjägern“, sagen manche. Andere nennen das Sparsamkeit. Schnäppchenjagd ist mir vertrauter als zum Beispiel Rotwildjagd. Wie ein Leopard eine Gazelle jagt, kenne ich immerhin aus dem Fernsehen. Ob Schnäppchen, Rotwild oder Gazelle: Ein Jäger hält Ausschau, liegt auf

  • GlowGolf

    Am 9. September fand ein Gemeindeausflug in den Harz statt. Zuerst ging es nach Wildemann zum GlowGolf. GlowGolf ist eine Form des Minigolfes, nur nicht unter freiem Himmel, sondern in einer Halle bei Schwarzlicht. Die ganzen Golfbahnen sind so gestaltet, dass sie im Licht neonfarben leuchten. Da wir eine größere

  • Willkommen Pastor Daniel Behrens

    Einführungsgottesdienst für Pastor Daniel Behrens am 23. September 2018 Der Platz im Gottesdienstraum reichte nicht aus, so dass zusätzliche Stühle gestellt werden mußten. Der Bundessekretär Herr Kanwischer überbrachte die Grüße der FeG-Bundesleitung und hielt die Einführungspredigt. Er sprach zum Thema: Führungswechsel/ Veränderungen. Dazu wählte er einen biblischen Text aus Josua

  • Editorial November-Dezember 18

    Als ich acht Jahre alt war, kaufte ich mir von meinem Taschengeld ein Comic. Ich klemmte es auf den Gepäckträger meines Fahrrades und fuhr nach Hause. Auf halbem Wege wollte ich dann überprüfen, ob das Heft noch auf meinem Gepäckträger war. Ich drehte mich um und schaute nach hinten. Das

  • Theater aus der Truhe: Puppentheater „Max und Moritz“

    Die 7 Streiche der beiden Lausbuben als Inszenierung im böhmischen Hausmarionettentheater! Der Bezug zu Wilhelm Busch’s Zeichnungen wird immer wieder hergestellt, der Text original rezitiert. Erleben Sie, wie sie Bilderposse in einer eigenen kleinen Welt lebendig wird! Familiengottesdienst mit Marionettenspiel Thema: “Was bin ich?“ zu Johannes 21 Petrus hat einiges

Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

Psalm 139,3

Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.

Matthäus 10,29

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
Weitere Informationen finden Sie hier

Regelmäßige Veranstalltungen findet Ihr in unserem Kalender.