Es ist mitten in der Nacht, da werde ich auf einmal wach. Ich spüre im Halbschlaf, wie etwas über mich herüberklettert, sich neben mich legt und unter meine Bettdecke kommt. Als nächstes spüre ich, wie zwei kleine, kalte Füße sich an meinen Körper drücken, um sich aufzuwärmen. Im Buch Prediger steht: „Wenn zwei dicht beieinanderliegen, wird ihnen warm. Wenn aber einer allein ist, wie kann dem warm werden?“ (Prediger 4,11)

Ob meine Kinder diesen Bibelvers kennen? Wer kleine Kinder hat, kennt solche nächtlichen Besuche, und von meiner Mutter weiß ich, dass ich auch so war. Das sind Momente, wo wir etwas zutiefst Menschliches spüren. Wir merken, dass wir Menschen eine Sehnsucht nach Nähe haben. Wir haben eine Sehnsucht nach seelischer Nähe, aber auch körperlicher Nähe.

Ein Vater oder eine Mutter muss bei so einem nächtlichen Besuch des Kindes nichts sagen, nicht viele Worte machen, die bloße Nähe reicht, dass das Kind ruhig wieder einschläft. Stellen Sie sich einmal vor, es würde keine zwischenmenschliche Nähe geben. Jeder würde nur für sich alleine vor sich hinleben. Könnte man das noch Leben nennen? Ich stelle mir so ein Leben ziemlich deprimierend vor. Leben gewinnt an Qualität, wenn es zwischenmenschliche Nähe gibt, Begegnungen und Gemeinsames.

Gott ist ein Gott der Nähe. Er selbst möchte uns Menschen nahe kommen. Und genauso, wie er uns nahe kommen möchte, möchte er Nähe zwischen uns Menschen, und dass Trennendes verschwindet. „Gemeinsam ist besser als einsam“ lautet ein Sprichwort. Dafür steht auch der Glaube an den dreieinigen Gott: Gemeinsam mit Gott und anderen Menschen ist viel besser als einsam zu sein.

Pastor Daniel Behrens

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