„Das erwärmt mein Herz.“

Liebe Geschwister,

diese Tage fragte mich mein Sohn: „Papa, was bedeutet ‚Der Mensch lebt nicht vom Brot allein‘?“. Ich überlege kurz. Wie erkläre ich das meinem Kind? Vielleicht denkt er ja, dass auf eine Scheibe Brot auch immer noch Wurst oder Käse gehört. Ich sage ihm: „Menschen brauchen nicht nur was zu Essen zum Leben, sondern auch die vielen guten Sachen, die Gott zu den Menschen sagt.“ Mein Sohn überlegt kurz und sagt dann: „Also braucht der Mensch Brot und Liebe.“ Ich sage: „Genau, wir Menschen brauchen etwas zu Essen, aber auch Gottes Liebe.“ Ich musste sofort an eine andere Situation denken, die ein paar Tage vorher war. Wenn ich morgens die Brotdosen meiner Kinder fertig mache, lege ich mitunter eine kleine Karte hinein. Auf der einen Seite ist ein kurzer, ermutigender Satz abgedruckt und auf der anderen Seite ist noch Platz für ein paar persönliche Worte. Meine Tochter kam zu mir und fragte: „Papa, kannst du mir heute wieder eine Karte in meine Dose legen? Das erwärmt mein Herz.“ Natürlich habe ich ihr eine kleine Karte rausgesucht und in ihre Dose gelegt. Ich fand es toll, dass sie das so direkt gesagt hat. Mitunter brauchen wir Menschen eine Ermutigung. Und ich finde, es ist vollkommen in Ordnung, wenn wir das auch mal direkt einfordern. An die Gemeinde in Ephesus schreibt Paulus: „Ermutigt einander durch Psalmen, Lobgesänge und Lieder, wie sie euch Gottes Geist schenkt.“ (Eph 5,19) Paulus schreibt diese Aufforderung nicht, weil die Menschen in Ephesus gerade eine besonders schwere Zeit durchmachen. Er spricht damit auch nicht eine besondere Personengruppe an, die gerade irgendwie niedergeschlagen ist. Er denkt an eine Gemeinschaft, in der sich alle einfach so immer wieder ermutigen. Und das nicht mit irgendwelchen Floskeln wie „Das wird schon wieder“ oder „Alles halb so wild“. Die Ermutigung soll mit den guten Gedanken Gottes über uns Menschen geschehen, wie sie sich in den Psalmen oder auch den Liedern wiederfinden, die schon damals in der Gemeinde gesungen wurden. Oder wie Mose und später dann auch Jesus sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was Gott ihm zusagt.“ (5Mo 8,3; Mt 4,4). Und im Kern ist das, dass Gott den Menschen liebt. Mit allen Begrenzungen, mit aller Schuld, mit seinen Fehlern. Und wo Menschen sich gegenseitig ausgrenzen und ablehnen, ist der Mensch immer noch bedingungslos von Gott geliebt. Ich finde, dass ist wirklich herzerwärmend und das kann man sich gar nicht oft genug zusprechen. Überlege doch mal, wen du heute ermutigen kannst. Es braucht keinen besonderen Anlass um jemanden zuzusagen, dass er von Gott geliebt ist. Ermutigung brauchen wir immer und tut immer gut, so wie wir auch unser tägliches Brot brauchen.  

D. Behrens

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