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Editorial Dezember 19 – Januar 20

Wissen Sie, was eine Anamorphose ist? Nein, keine Krankheit. Eine Anamorphose ist ein Bild, bei dem es auf den richtigen Blickwinkel ankommt. Das Bild (unten) wurde vor dem Schloss Brake bei Lemgo in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Zuerst sieht man nur einige Metallstücke, die scheinbar durcheinander in die Luft ragen. Wenn man allerdings weiter daran vorbei geht ahnt man, dass die Anordnung wohl doch nicht so ganz willkürlich ist. Nur von einem einzigen Punkt aus erkennt man einen zwölfseitigen Würfel.

Es kommt also auf den richtigen Blickwinkel an. Als ich das erste Mal vor dieser Anamorphose stand dachte ich mir: Das passt. Auch als Pastor habe ich mitunter Momente, wo ich Gott nicht verstehe, wo ich mich frage, warum er so manches zulässt, wo ich mir doch sein wunderbares Eingreifen wünsche. Ich kenne natürlich auch die vielen Erklärungen, die wir Menschen uns mitunter zurechtlegen, um Gottes Handeln oder Nichthandeln zu erklären. Ich muss mir aber auch eingestehen, dass ich eben nicht Gottes Perspektive, seinen Blickwinkel, auf die Welt habe.

Gott ist und bleibt der „ganz andere“, wie es der Theologe Karl Barth formulierte. Gott ist nicht der, dem ich einfach einen Platz zuweisen kann, so wie es mir passt. Gott lädt mich aber durch seinen Sohn Jesus Christus ein, zu ihm zu kommen. Und so werden wir dann auch irgendwann das verstehen, was heute vielleicht noch unverständlich bleibt.

Pastor Daniel Behrens

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