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Editorial Januar-Februar 19

Liebe Leserinnen und Leser,

sie hatten die Türen und Fenster verschlossen und sich versteckt. Warum? Aus Angst vor „denen da draußen“. Was außerhalb ihrer Türen passierte war ihnen egal, sie blieben lieber unter sich. So wird es von den Jüngern Jesu im Johannesevangelium erzählt, nachdem Jesus gekreuzigt wurde. (Joh 20,19-23) Ich kann sie verstehen, sie hatten Schweres erlebt: Verrat, einen Prozess, eine Hinrichtung. Die Jünger hatten also ihre Gründe.

Während ich aber so über sie nachdenke kommt mir der Gedanke, dass das ein häufiges Verhalten ist. Wie oft ziehen sich Menschen zurück, innerlich oder in die eigenen vier Wände. Da, wo es einfacher ist die eigenen Sicht der Dinge zu behalten. „Da draußen“ mitzumischen, in der Welt, das könnte mühsam werden, da wo Menschen auch andere Gedanken haben, anders ticken als ich. Da ist es doch leichter bei dem zu bleiben was man kennt.

Mittlerweile geht der Trend dahin, dass man sich in einer komplexen Welt gerne in die eigene kleine Überschaubarkeit zurückzieht . Und vielleicht machen wir als Gemeinde da auch gerne mal mit. Vielleicht bleiben wir auch gerne in vertrauter Runde. Vielleicht wird auch unsere Gemeinde mitunter zur geschlossenen Gesellschaft. Aus Angst vor „denen da draußen“, oder weil alles so gewohnt ist.

Schade ist aber: Wo Türen und Fenster dicht sind, wird es drinnen bald stickig und eng. Da ist kein Raum mehr für Neues. Aber die Geschichte im Johannesevangelium ist ja noch nicht zu Ende. Die Jünger bleiben nicht in ihrem Versteck. Denn: Da „kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist!“ Gott sei Dank geht Jesus bis heute durch Türen. Auch durch die Türen unserer Angst und unserer Gewohnheiten. Er macht uns frei, für ein Leben in der Welt. Mit Gottes Geist in uns.

Pastor Daniel Behrens

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