Erinnerung an Gambia

Im Juni 2015 waren wir beide (Karin und Bernd Albig) vier Wochen in Gambia, genauer gesagt in Sibanor, einer kleinen, ländlich geprägten Gemeinde ca. 70 km im Landesinneren, um in einem dortigen Krankenhaus mitzuarbeiten. Die Vermittlung kam durch Schwester Renate Hensel zustande, die viele Jahre als Hebamme in einem anderen Teil des Landes gearbeitet hat.

Gambia ist ein kleines Land in Westafrika mit gerade einmal 1,7 Millionen Einwohnern und mit 10.700 km2 nur 1⁄4 so groß wie Niedersachsen. Es ist dort immer schön warm (in unserem Schlafzimmer fiel die Temperatur kaum unter 30°C), und es gibt eine ausgiebige Regenzeit, die wir aber verpasst haben, obwohl der Regen gegen Ende unseres Aufenthalts Tag für Tag sehnlichst erwartet wurde. Dann können die Dorfbewohner und also auch die Mitarbeiter unseres Krankenhauses nämlich endlich ihre Felder umgraben und Erdnüsse pflanzen.

Träger des Krankenhauses und mehrerer anderer Einrichtungen und Projekte in Gambia ist WEC international; das ist ein weltweit tätiges Missionswerk, und so waren auch die Mitarbeiter vor Ort aus allen Kontinenten. Sie arbeiten alle auf Spendenbasis, wobei das Leben im Land für westliche Verhältnisse sehr günstig ist, wenn man sich auf das beschränkt, was vor Ort angeboten wird und üblich ist. So kostet ein Weißbrot (anderes gibt es nicht) sieben Dalassi, was 14 Cent entspricht. Käse aber muss man aus der Hauptstadt mitbringen, und er ist teurer als in Deutschland. Das übliche Mittagessen war für uns Reis und Fisch, manchmal mit Austern, die im Gambia-Fluss und seinen Seitenarmen gedeihen; selten Huhn, nur einmal Ziege. Dafür war gerade Mangozeit; auch nach vier Wochen noch lecker!

Die Arbeit im Krankenhaus war erstaunlich gut zu bewältigen, und dafür sind wir Gott dankbar. Die Patienten, für die ein Arztkontakt für nötig gehalten wird, unterscheiden sich nicht so wesentlich von europäischen Kranken, nur dass sie mit 65 Jahren schon so alt wirken wie hier mit 80. Medikamente sind in einer begrenzten, aber für vieles ausreichenden Auswahl vorhanden; die Medikamentenzuteilung in der Apotheke der Klinik war eine von Karins Aufgaben (neben Bibliothek ordnen, Babysitten und was so anfiel). Nach der Arbeit blieb aber reichlich Zeit für Kontaktpflege und Gemeinschaft, Gebet und Gespräch mit den anderen Mitarbeitern, was eine ungemein schöne und bereichernde Erfahrung war.

Wir hatten durchweg den Eindruck, dort am richtigen Platz zu sein. Eine Wiederholung ist für Oktober dieses Jahres geplant, und wir freuen uns darauf.

Karin und Bernd Albig

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