Goldstaub für unter einem Euro das Kilo

Liebe Geschwister,

vor einigen Tagen kam meine Frau von der Arbeit mit etwas sehr Kostbaren nach Hause. Sie war noch in einem Geschäft und konnte ein Kilo Goldstaub für unter einem Euro kaufen. Wahrscheinlich denkst du dir schon, dass es sich nicht um echten Goldstaub handelt und damit hast du auch recht. Ein Kilo Gold kostet über 50.000€. Kostbar war das trotzdem, was meine Frau da angeschleppt hat. Es handelte sich nämlich um ein Kilo Weizenmehl Typ 405. Also ganz normales Mehl, wie es eigentlich immer ausreichend in unseren Geschäften liegt.

Ich schaute mir die Packung an, Marke Goldstaub. Das passt, dachte ich mir. Wieder einmal war in den Geschäften Mehl knapp und immer wieder wurde in den Nachrichten von steigenden Weizenpreisen berichtet. Im Internet wurden normale Mehlpackungen für 5€ angeboten. Aber nicht nur Mehl wird teurer. Im vergangenen Monat sind die Lebensmittelpreise um 6% und die Energiepreise um 40% angestiegen. Zurück zum Mehl. Meinen Goldstaub in den Händen muss ich an Offenbarung 6,6 denken:

Und ich hörte etwas wie eine Stimme rufen. Sie kam von dort, wo die vier Lebewesen waren: „Eine Tagesration Weizen soll einen Tageslohn kosten. Auch drei Tagesrationen Gerste sollen einen Tageslohn kosten.“

Da kommt man schon ins Nachdenken. In diesem Vers beschreibt Johannes einen drastischen Anstieg der Getreidepreise. Gerste war in der Antike etwas günstiger als Weizen und galt als Nahrung für Sklaven. Der Gedanke ist demnach wohl, dass vor allem die ärmere Bevölkerung unter dem Preisanstieg leiden wird. Auch das erleben wir gerade. Da drängt sich dann doch die Frage auf: Erfüllt sich jetzt das, was in der Offenbarung beschrieben wird? Wird der Ukraine-Konflikt immer weiter eskalieren und uns steht das Ende der Welt bevor?

Ich bin bei dem Buch der Offenbarung immer sehr zurückhaltend. Seit fast 2000 versuchen Christen einen Zugang zu diesem Buch zu finden. Es gibt sehr viele Ansätze, den Inhalt dieses Buches zu erklären und es auszulegen. So gibt es zum Beispiel den Ansatz, dass die Offenbarung die Kirchengeschichte beschreibt, von der Zeit der ersten Christen bis hinein in eine ferne Zukunft. Es gibt die Auslegung, dass die Offenbarung Ereignisse schildert, die alle innerhalb von ein paar Jahren stattfinden werden. Und es gibt auch den Ansatz, dass die Offenbarung in bildhafter Sprache den ganz normalen Wahnsinn der Weltgeschichte schildert, der sich immer mal wieder irgendwo auf unseren Planeten abspielt.

Es gibt Hunderte von Versuchen, dieses Buch zu verstehen. es bleibt aber ein Buch mit sieben Siegeln. In einem sind sich aber alle einig, und das ist ganz einfach zu erstehen: Ende gut, alles, gut. Egal wie sehr es drunter und drüber in der Welt geht, es gibt einen Gott, der am Ende alles gut machen wird. An diesem Gedanken will ich mich festhalten. Ach ja, der Vers aus der Offenbarung geht noch weiter: „Aber das Öl und der Wein sollen nicht teurer werden!“ Ich denke mir: „Wenn wir denn Öl hätten“, denn das ist ja auch knapp geworden. Aber ich hoffe, dass die Offenbarung beim Wein recht behält. Ich muss noch einmal an meinen Goldstaub denken, an mein Kilo Mehl. Das meiste davon werde ich wohl für Pfannkuchen verbrauchen, die ich meinen Kindern hin und wieder zum Frühstück mache.

Vor meinem inneren Auge sehe ich sie zufrieden am Frühstückstisch sitzen und freue mich. Die Zukunft sieht dunkel aus, aber es gibt immer noch Gründe zur Freude. Die Zukunft sieht dunkel aus, aber es gibt immer noch einen Gott, der alles zum Guten wenden wird.

D. Behrens

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner