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Tag der Arbeit

Adam und Eva liegen entspannt mit Sonnenhut im Liegestuhl und halten in der Hand ein kühles Getränk. Ihr Essen brauchen sie nur vom Baum zu pflücken, sonst gibt es nichts zu tun. So, oder so ähnlich, stellen wir uns mitunter den Garten Eden vor. Liest man die Geschichte, steht da aber etwas anderes: „Gott, der HERR, brachte den Menschen in den Garten von Eden. Er gab ihm die Aufgabe, den Garten zu bearbeiten und ihn zu bewahren“ (1Mo 2,15). Nachdem Gott Lebensraum für Pflanzen, Tiere und den Menschen geschaffen hat, wird der Mensch in diesen Lebensraum gesetzt, um ihn zu bearbeiten und zu bewahren.

Arbeiten oder „tätig sein“ scheint also zu unserem Menschsein dazuzugehören. Dabei brauchen wir nicht nur an unsere bezahlte Arbeit denken, sondern auch an die ehrenamtliche Arbeit oder die alltägliche Arbeit im Haushalt. Grundsätzlich ist das erst mal ein schöner Gedanke: Gott traut uns etwas zu, wir können etwas. Aber jedes Thema hat auch seine Herausforderungen, so auch das Thema Arbeit:

1. Arbeit und Ruhe Wer arbeitet, braucht natürlich auch Zeiten der Erholung. Direkt nach einer Spätschicht am nächsten Tag mit einer Frühschicht zu beginnen, tagelang ohne Wochenende durchzuarbeiten oder viele Überstunden, das macht zu schaffen. Besonders wenn kein Ende absehbar ist. Gott weiß, dass unsere Kräfte begrenzt sind; er weiß, dass wir immer wieder Ruhe brauchen. „Sechs Tage sollst du arbeiten und am siebten Tag sollst du ruhen“ sagt uns Gott, damit wir uns nicht überfordern. Sicher lässt es sich in unserer Gesellschaft manchmal nicht vermeiden, dass wir diesen Rhythmus verlassen, aber wo wir das tun steigt die Gefahr, dass wir mehr tun, als gut für uns ist.

2. Lohn „Ein Arbeiter ist seines Loh- nes wert“ schreibt Paulus. Das, was wir tun, soll also gerecht entlohnt werden. Damit möchte Gott jeder Ausbeutung einen Riegel vorschie- ben. Und bei Mose findet sich die Aufforderung, Tagelöhne sofort und nicht erst am nächsten Tag zu bezahlen. Gerade die Tagelöhner waren ja darauf angewiesen, dass sie das bisschen Geld, das sie verdient haben, sofort bekommen, damit sie sich das Lebensnotwendige kaufen können. Auch hier sieht man die Fürsorge Gottes, der den Wert der Arbeit sieht und möchte, dass man von dieser Arbeit auch leben kann.

3. Selbstwert Arbeit hat einen Wert, der sich bei unserer bezahlten Arbeit im Lohn niederschlägt. Unsere Arbeit soll aber nicht unseren Wert als Menschen ausmachen. Natürlich ist es schön, wenn ein Mensch in seinem Beruf und in seinen Aufgaben Erfüllung und auch ein gewisses Maß an Bestätigung findet. Wir sollten unseren Selbstwert, oder den Wert eines Menschen allgemein, nie über die Arbeit definieren. Gott sagt uns, dass wir wertvoll sind, unabhängig von dem, was wir leisten. Wir sind einfach so wertvoll und es wert, geliebt zu werden. Ich möchte in keiner Gesellschaft leben, in der der Wert eines Menschen nur über Arbeit definiert wird. Das wäre eine Gesellschaft, in der kein Platz mehr für Alte, Kranke oder Behinderte wäre. Gott bestimmt Ihren Wert nicht dadurch, was Sie leisten, also tun Sie das doch auch nicht.

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